Keller feucht: Warum Keller feuchter sind als Wohnräume

📖 Lesezeit: 5 Minuten | Stand: 18. Januar 2026

🏠 Kurz & Knapp: Ist Ihr Keller feucht, während die Wohnräume trocken bleiben? Das liegt an der Bauphysik: Kellerräume liegen im Erdreich und sind kälter. Warme Luft kondensiert an den kalten Wänden. Hinzu kommen fehlende Abdichtungen, kapillar aufsteigende Feuchtigkeit und falsches Lüften. Diese Faktoren machen Untergeschosse besonders anfällig für Feuchtigkeitsprobleme.

Keller feucht – warum ist das so häufig? Diese Frage stellen sich viele Hausbesitzer in der Schweiz. Die Antwort liegt in der Bauphysik: Untergeschosse unterscheiden sich grundlegend von oberirdischen Wohnräumen. Sie sind kälter, erdberührt und oft schlechter belüftet. Diese Kombination schafft ideale Bedingungen für Feuchtigkeit – und damit für Schimmel, muffigen Geruch und langfristige Bauschäden.

Ist Ihr Keller feucht, während die Wohnräume trocken bleiben? Das liegt an der Bauphysik

Ist Ihr Keller feucht, während die Wohnräume trocken bleiben? Das liegt an der Bauphysik

💡 Die 5 Hauptgründe für Feuchtigkeit im Untergeschoss:

  • Tiefere Temperaturen durch Erdkontakt
  • Kondensation an kalten Oberflächen
  • Kapillar aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich
  • Fehlende oder defekte Abdichtungen
  • Falsches Lüften – besonders im Sommer

Keller feucht: Was ihn vom Wohnraum unterscheidet

Wohnräume im Erdgeschoss oder Obergeschoss profitieren von Sonneneinstrahlung, Heizwärme und Luftzirkulation. Kellerräume hingegen liegen vollständig oder teilweise im Erdreich. Das hat weitreichende Konsequenzen für das Raumklima.

Faktor Wohnraum Untergeschoss
Temperatur 20–22 °C (beheizt) 10–15 °C (ungeheizt)
Sonneneinstrahlung Vorhanden Keine oder minimal
Erdkontakt Keiner Wände und Boden
Luftzirkulation Gut (Fenster, Türen) Eingeschränkt
Relative Luftfeuchtigkeit 40–60 % Oft über 65 %

Die tieferen Temperaturen sind der Schlüsselfaktor. Das Erdreich hält die Kellerwände konstant kühl – selbst im Sommer. Genau hier liegt das Problem.

Kondensation: Die häufigste Ursache für feuchte Kellerwände

Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern als kalte Luft. Dieses physikalische Gesetz erklärt, warum Untergeschosse so anfällig für Nässe sind.

Wenn warme, feuchte Luft aus dem Wohnbereich oder von draussen in den kühlen Kellerraum gelangt, kühlt sie ab. Dabei kann sie die mitgeführte Feuchtigkeit nicht mehr halten – das Wasser kondensiert an den kalten Wänden. Der Effekt ist vergleichbar mit einem eiskalten Getränk im Sommer: Auch dort bilden sich Wassertropfen auf der Oberfläche.

⚠️ Sommerkondensation: Im Sommer ist das Problem besonders ausgeprägt. Viele Hausbesitzer öffnen bei heissen Temperaturen die Kellerfenster – in der Annahme, den Raum zu trocknen. Tatsächlich passiert das Gegenteil: Die warme, feuchte Aussenluft kondensiert massiv an den kalten Wänden.

Wann sollte das Untergeschoss gelüftet werden?

Jahreszeit Lüftungsempfehlung
Sommer Nur in den kühlen Morgenstunden (vor 8 Uhr)
Winter Tagsüber stossweise für 10–15 Minuten
Frühling/Herbst Wenn Aussentemperatur unter Kellertemperatur liegt

Kapillarwirkung: Aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk

Kapillarwirkung: Aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk

Kapillarwirkung: Aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk

Baustoffe wie Ziegel, Beton und Naturstein sind von winzigen Hohlräumen – den Kapillaren – durchzogen. Durch diese Kapillaren kann Wasser entgegen der Schwerkraft nach oben steigen. Das Phänomen nennt sich Kapillarwirkung.

Bei erdberührten Kellerwänden bedeutet das: Feuchtigkeit aus dem Erdreich steigt durch das Mauerwerk auf. Ohne funktionierende Horizontalsperre kann das Wasser mehrere Meter hoch in die Wand ziehen – und erreicht im schlimmsten Fall sogar das Erdgeschoss.

🔬 Wie hoch steigt Feuchtigkeit? Die Steighöhe hängt vom Baustoff ab. In alten Ziegelwänden kann Wasser bis zu 1,5 Meter aufsteigen. Bei stark saugfähigen Materialien sogar noch höher. Eine professionelle Feuchtediagnose zeigt das genaue Ausmass.

Typische Anzeichen für kapillar aufsteigende Feuchtigkeit:

  • Horizontale Feuchtegrenze an der Wand (meist 50–100 cm Höhe)
  • Salzausblühungen (weisse Kristalle auf der Oberfläche)
  • Abblätternde Farbe und Putz im unteren Wandbereich
  • Muffiger Geruch trotz regelmässigem Lüften

Fehlende Abdichtungen: Das Problem bei Altbauten

Bei vielen älteren Gebäuden in der Schweiz fehlt eine funktionierende Kellerabdichtung. Gründe dafür sind:

Problem Erklärung
Keine Horizontalsperre Vor 1960 wurden Horizontalsperren oft nicht eingebaut
Veraltete Vertikalabdichtung Bitumenanstriche sind nach 30–50 Jahren porös
Fehlende Drainage Sickerwasser staut sich an der Kellerwand
Risse im Mauerwerk Setzungen oder Alterung schaffen Eintrittspfade

Wohnräume im Obergeschoss haben diese Probleme nicht – sie haben keinen direkten Kontakt zum feuchten Erdreich. Erdberührte Kellersanierung ist daher eine Arbeit für Profis mit entsprechender Erfahrung.

Seitlich eindringendes Wasser: Druck aus dem Erdreich

Kellerwände sind permanent dem Druck von Sicker-, Hang- oder Grundwasser ausgesetzt. Je nach Bodenbeschaffenheit und Wetterlage kann dieser Wasserdruck erheblich sein.

Wasser dringt seitlich ein durch:

  • Undichte Stellen in der Aussenwand
  • Risse und Fugen im Mauerwerk
  • Defekte Kellerfenster und Lichtschächte
  • Verstopfte Regenfallrohre (Wasser staut sich an der Wand)

Nach starken Regenfällen kann sich das Problem verschärfen. Auch ein steigender Grundwasserspiegel – etwa durch Bauarbeiten in der Nachbarschaft – führt zu erhöhtem Feuchtigkeitsdruck.

Nutzung: Waschküche und Wäschetrocknen verschärfen das Problem

Viele Untergeschosse werden als Waschküche genutzt. Beim Waschen und Trocknen von Wäsche entsteht erhebliche Feuchtigkeit, die in die Raumluft abgegeben wird.

💧 Wussten Sie? Eine einzige Ladung Wäsche gibt beim Trocknen bis zu 3,5 Liter Wasser an die Raumluft ab. In einem kühlen Kellerraum ohne ausreichende Belüftung kondensiert diese Feuchtigkeit an Wänden und Decken.

Wird die feuchte Luft nicht zeitnah abgeführt, steigt die relative Luftfeuchtigkeit stark an. Werte über 65 % fördern Schimmelbildung. Bei über 70 % ist Schimmelwachstum praktisch unvermeidlich.

Die Folgen: Was passiert bei dauerhafter Feuchtigkeit?

Ein feuchtes Untergeschoss ist mehr als nur ein Ärgernis. Langfristig entstehen ernsthafte Schäden:

Folge Auswirkung
Schimmelbildung Gesundheitsrisiko (Atemwege, Allergien)
Bauschäden Putz, Farbe und Mauerwerk werden zerstört
Salzausblühungen Verstopfen Poren, verhindern Trocknung
Wärmeverlust Feuchte Wände isolieren schlechter
Wertverlust Immobilienwert sinkt erheblich

Keller feucht? Die professionelle Lösung

Oberflächliche Massnahmen wie Überstreichen oder Standard-Lüften beseitigen die Ursache nicht. Eine dauerhafte Lösung erfordert eine fachgerechte Kellersanierung.

Der professionelle Sanierungsprozess:

  1. Diagnose: Exakte Bestimmung der Feuchteursache
  2. Planung: Massgeschneiderte Sanierungsstrategie
  3. Abdichtung: Horizontal- und/oder Vertikalsperre
  4. Trocknung: Entfeuchtung des Mauerwerks
  5. Sanierputz: Diffusionsoffene Oberflächenbehandlung

🛠️ Brugger AG: Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Kellersanierung und Mauerentfeuchtung sind wir Ihr Partner für trockene Untergeschosse. Kontaktieren Sie uns für eine professionelle Feuchtediagnose.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum ist mein Keller feucht im Sommer?
Im Sommer ist die Aussenluft wärmer und enthält mehr Feuchtigkeit. Trifft diese warme Luft auf die kühlen Kellerwände (10–15 °C), kondensiert das Wasser. Im Winter ist die Aussenluft kälter und trockener – die Kondensation ist geringer. Lüften Sie im Sommer daher nur in den frühen Morgenstunden.
Wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit im Untergeschoss sein?
Die relative Luftfeuchtigkeit sollte dauerhaft unter 65 % liegen. Ab 70 % steigt das Schimmelrisiko stark an. Messen Sie die Feuchtigkeit mit einem Hygrometer und greifen Sie bei dauerhaft erhöhten Werten zu Massnahmen wie Entfeuchter oder professioneller Sanierung.
Was ist eine Horizontalsperre?
Eine Horizontalsperre ist eine wasserundurchlässige Schicht im Mauerwerk, die verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Erdreich kapillar aufsteigt. Bei Altbauten fehlt diese Sperre oft oder ist defekt. Nachträglich kann sie durch mechanische Verfahren (Sägen) oder chemische Injektion eingebracht werden.
Hilft ein Luftentfeuchter gegen feuchte Kellerwände?
Ein Luftentfeuchter kann die Symptome lindern, indem er die Luftfeuchtigkeit senkt. Er bekämpft jedoch nicht die Ursache. Wenn Feuchtigkeit durch defekte Abdichtungen oder Kapillarwirkung eindringt, ist eine professionelle Sanierung erforderlich. Der Entfeuchter eignet sich als Übergangslösung.
Woran erkenne ich, dass eine Sanierung nötig ist?
Typische Anzeichen sind: muffiger Geruch, sichtbare feuchte Stellen, abblätternder Putz, Salzausblühungen, Schimmelflecken und dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit (über 65 %). Wenn Lüften nicht hilft und die Probleme wiederkehren, sollten Sie einen Fachbetrieb für eine Diagnose hinzuziehen.
Kann ich meinen Kellerraum selbst trockenlegen?
Einfache Massnahmen wie richtiges Lüften oder ein Entfeuchter können Sie selbst umsetzen. Bei baulichen Mängeln – fehlende Abdichtung, kapillar aufsteigende Feuchtigkeit, defekte Horizontalsperre – ist jedoch professionelle Hilfe erforderlich. Falsche DIY-Massnahmen können das Problem verschlimmern.

Fazit: Feuchte Kellerräume brauchen besondere Aufmerksamkeit

Ist Ihr Keller feucht, liegt das an der Bauphysik: Tiefe Temperaturen, Erdkontakt, Kondensation und fehlende Abdichtungen schaffen ideale Bedingungen für Feuchtigkeit. Wer sein Untergeschoss langfristig trocken halten will, muss die Ursachen verstehen – und bei Bedarf professionell sanieren lassen.

Eine Haus Feuchte Diagnose ist der erste Schritt zu trockenen Kellerräumen. Nur wenn die genaue Ursache bekannt ist, können die richtigen Massnahmen ergriffen werden.


Über den Autor

Brugger AG Mauer-Sanierung | Kellersanierung & Mauerentfeuchtung

Seit über 30 Jahren sind wir auf die Sanierung von feuchten Kellern und erdberührten Bauteilen spezialisiert. Unsere Lösungen basieren auf fundierter Diagnose und bewährten Verfahren.

📧 info@brugger-ag.ch