Wasser im Keller: Notfall-Checkliste in 7 Schritten

Bei Wasser im Keller entscheiden die ersten Minuten über die Höhe des Schadens – und die Ursache entscheidet darüber, welche Versicherung zahlt. Im Thurgau deckt die Gebäudeversicherung zum Beispiel Hochwasser, aber weder aufsteigendes Grundwasser noch Rückstau aus der Kanalisation. Diese Checkliste führt Sie in sieben Schritten durch den Notfall und zeigt danach, wie Sie herausfinden, woher das Wasser kommt.

Kurz zusammengefasst
Steht Wasser im Keller, gilt zuerst: Strom abschalten, Wasserzufuhr stoppen, bei grossen Mengen die Feuerwehr über 118 rufen. Danach dokumentieren Sie den Schaden und melden ihn der Versicherung. Welche zahlt, hängt von der Ursache ab: Hochwasser deckt im Thurgau die Gebäudeversicherung, Grundwasser und Rückstau aus der Kanalisation nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sicherheit zuerst: Strom im Keller abschalten, nie in stehendes Wasser mit Strom treten.
  • Bei grossen Wassermengen die Feuerwehr alarmieren: Notruf 118.
  • Fotos und Videos machen, bevor Sie aufräumen – die Versicherung braucht sie.
  • Die Gebäudeversicherung Thurgau deckt Hochwasser und Oberflächenwasser, nicht aber Grundwasser und Rückstau aus der Kanalisation.
  • Kommt Wasser immer wieder, liegt die Ursache fast immer an der Abdichtung, an der Entwässerung oder an einem fehlenden Rückstauschutz.

Wasser im Keller: die Notfall-Checkliste in 7 Schritten

  1. Strom abschalten. Schalten Sie die Sicherungen für den Keller aus, bevor Sie den Raum betreten. Steht das Wasser bis zu Steckdosen oder Geräten, betreten Sie den Keller nicht.
  2. Wasserzufuhr stoppen. Ist eine Leitung undicht, schliessen Sie den Hauptwasserhahn.
  3. Hilfe holen. Bei grossen Wassermengen alarmieren Sie die Feuerwehr über den Notruf 118.
  4. Dokumentieren. Fotografieren und filmen Sie Wasserstand, Schäden und die Stelle, an der das Wasser eintritt – bevor Sie aufräumen.
  5. Versicherung melden. Informieren Sie Gebäude- und Hausratversicherung so früh wie möglich.
  6. Wasser entfernen. Abpumpen oder mit Nasssauger und Eimern aufnehmen, nasse Gegenstände hinausbringen.
  7. Trocknen. Lüften, wenn die Aussenluft trockener ist als die Kellerluft, und Entfeuchtungsgeräte einsetzen. Bei grossen Schäden braucht es eine professionelle Bautrocknung.

Welche Versicherung zahlt bei Wasser im Keller?

Welche Versicherung bei Wasser im Keller zahlt, hängt von der Ursache ab. In fast allen Kantonen ist die Gebäudeversicherung obligatorisch; freiwillig ist sie laut Beobachter nur im Tessin, in Genf, im Wallis und in Teilen von Appenzell Innerrhoden. Die Gebäudeversicherung Thurgau zum Beispiel deckt Hochwasser und Überschwemmungen durch nicht ablaufendes Oberflächenwasser, schliesst aber Schäden durch aufsteigendes Grundwasser, durch Rückstau aus der Kanalisation und durch Baumängel aus.

Ursache Wer zahlt in der Regel?
Hochwasser, Oberflächenwasser kantonale Gebäudeversicherung (Elementarschaden)
Leitungsbruch im Haus freiwillige Gebäudewasserversicherung
Rückstau aus der Kanalisation nicht die Gebäudeversicherung TG; je nach Police die Gebäudewasserversicherung
Aufsteigendes Grundwasser nicht die Gebäudeversicherung TG; je nach Police die Gebäudewasserversicherung
Undichte Wände über längere Zeit meist niemand – das ist ein Unterhaltsfall
Möbel, Vorräte, Geräte Hausratversicherung

Die Details stehen in Ihren Policen; im Zweifel fragen Sie Ihre Versicherung direkt. Wichtig: Eine Abdichtung als Vorsorge bezahlt keine Versicherung.

Woher kommt das Wasser im Keller?

Wasser im Keller hat fast immer eine von fünf Ursachen. Wer sie kennt, weiss, was als Nächstes zu tun ist.

  • Undichte Wand oder Bodenplatte: Wasser tritt an Rissen, an der Arbeitsfuge zwischen Boden und Wand oder an Rohrdurchführungen aus – meist nach Regen.
  • Drückendes Wasser: Grund-, Stau- oder Hangwasser steht mit Druck an der Wand an. Mehr im Beitrag Drückendes Wasser im Keller.
  • Rückstau: Die Kanalisation ist überlastet, Abwasser drückt über Bodenabläufe zurück.
  • Leitungsschaden: eine undichte Wasserleitung im Haus.
  • Kondenswasser: kein eindringendes Wasser, sondern Feuchte aus der Raumluft – typisch im Sommer.

Feucht, obwohl der Keller abgedichtet ist?

Ist der Keller im Sommer feucht, obwohl kein Wasser eindringt, ist oft Kondenswasser die Ursache. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erklärt: Gelangt beim Lüften warme, feuchte Sommerluft in den Keller, kühlt sie ab und wird dabei noch feuchter. Das BAG empfiehlt, Fenster und Türen im Sommer die meiste Zeit geschlossen zu halten, in kühlen Perioden zu lüften und einen Luftentfeuchter nachts mit Zeitschaltuhr zu betreiben.

Tritt Wasser dagegen sichtbar an Rissen oder Fugen aus, ist die Abdichtung undicht – dann hilft kein Lüften.

Rückstau: der unterschätzte Grund für Wasser im Keller

Bei Starkregen kann die Kanalisation das Wasser nicht mehr aufnehmen. Dann drückt es über tiefliegende Abläufe zurück ins Haus. Die Plattform Schutz vor Naturgefahren, getragen unter anderem von den Gebäudeversicherern, dem SIA und dem HEV, empfiehlt, alle Abläufe unter der Rückstauebene zu sichern – mit Rückstauklappe oder Hebeanlage. Das kann auch ausserhalb von Überschwemmungsgebieten wichtig sein.

Wasser im Keller dauerhaft verhindern

Kommt Wasser im Keller immer wieder, müssen die Eintrittsstellen geschlossen werden. Wir dichten wasserführende Risse, Fugen und Mauerflächen von innen per Injektion ab – ohne Aufgraben. Wie das funktioniert, lesen Sie im Beitrag Kellerabdichtung von innen; welche Methoden es gibt und wo ihre Grenzen liegen, im Beitrag Keller von innen abdichten.

Staut sich Wasser vor der Wand, kann auch die Entwässerung eine Rolle spielen, siehe Drainage am Keller. Steigt zusätzlich Feuchtigkeit im Mauerwerk auf, hilft eine nachträgliche Horizontalsperre.

Persönliche Beratung

Ursache abklären lassen

Kommt das Wasser immer wieder? Wir finden heraus, wo es eindringt, und dichten die Stelle gezielt ab – ohne Aufgraben.

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Häufige Fragen

Was tun, wenn Wasser im Keller steht?

Zuerst den Strom im Keller abschalten und die Wasserzufuhr stoppen, falls eine Leitung undicht ist. Bei grossen Mengen die Feuerwehr über 118 alarmieren. Dann Fotos machen, die Versicherung informieren, Wasser abpumpen und mit dem Trocknen beginnen.

Welche Versicherung zahlt bei Wasser im Keller?

Das hängt von der Ursache ab. Hochwasser und nicht ablaufendes Oberflächenwasser deckt im Thurgau die Gebäudeversicherung. Grundwasser und Rückstau aus der Kanalisation sind dort ausgeschlossen; dafür gibt es freiwillige Gebäudewasserversicherungen. Für Möbel und Vorräte ist die Hausratversicherung zuständig.

Warum ist mein Keller feucht, obwohl er abgedichtet ist?

Oft ist es Kondenswasser: Warme, feuchte Sommerluft kühlt im Keller ab und schlägt sich an den kalten Wänden nieder. Das BAG empfiehlt, Kellerfenster im Sommer meist geschlossen zu halten und in kühlen Perioden zu lüften. Tritt Wasser dagegen an Rissen oder Fugen aus, ist die Abdichtung undicht.

Was ist ein Rückstau und wie schützt man sich?

Bei Starkregen kann die Kanalisation überlasten, und Abwasser drückt über tiefliegende Abläufe zurück in den Keller. Schutz bietet eine Rückstauklappe oder Hebeanlage für alle Abläufe unter der Rückstauebene. Die Klappe arbeitet automatisch und muss nicht von Hand bedient werden.

Wann muss ein Fachbetrieb kommen?

Wenn Wasser wiederholt eintritt, an Rissen oder Fugen austritt oder die Ursache unklar ist. Ein Fachbetrieb bestimmt, woher das Wasser kommt, und dichtet die Eintrittsstellen ab. Bei grossen Schäden braucht es zudem eine professionelle Bautrocknung.

Unsere Einschätzung

Beim ersten Wasser im Keller zählt die Reihenfolge: Sicherheit, Dokumentation, Versicherung, Trocknung. Beim zweiten Mal zählt nur noch eine Frage: Woher kommt das Wasser? Denn ein Keller, der nach jedem Starkregen nass ist, hat ein bauliches Problem – und das lässt sich meist gezielt beheben.

– Brugger AG, Lengwil TG · seit 1992 für Sie am Bodensee

Quellen

Brugger AG · Mauer-Sanierung Bodensee

Schlösslistrasse 7 · 8574 Lengwil TG
Telefon +41 71 688 34 88

ℹ️ Transparenz-Hinweis: Dieser Fachbeitrag wurde unter Einsatz von KI-Tools (Claude, Gemini) recherchiert und vorstrukturiert, anschliessend von der Brugger AG mit über 30 Jahren Praxiserfahrung in der Mauer-Sanierung redaktionell überarbeitet und faktengeprüft.